Rückführung des Renaissanceportals

Ochsenhausens schönste Tür kehrt zurück.

Nach über 134 Jahren fällt die Landesakademie Ochsenhausen endlich wieder mit der Tür ins Haus. Kein Wunder, denn das prächtige Renaissanceportal mit der Motivik der Beweinung Christi kehrt an seinen Ursprungsort zurück.

Das Portal ist Teil eines fünfteiligen Türen-Zyklus, der die Kreuzigung Jesu darstellt. Die Türen schmückten die Prälatur des ehemaligen Klosters und wurden von Abt Andreas Sonntag in Auftrag gegeben und 1583 von Thomas Heidelberger hergestellt und eingebaut. Auch die Decke der Prälatur wurde von diesem Schreiner und Künstler eingebaut und ist Teil des Gesamtwerkes.

In einem nicht ganz freiwilligen Ausflug wurde das Renaissance-Portal durch den Württembergischen König 1887 nach Stuttgart gebracht, wo es in der "königlichen Staatssammlung vaterländischer Kunst und Alterthumsdenkmale" ausgestellt wurde, bevor es nach einer längeren Zeit im Depot von 1987-2006 Teil einer Ausstellung des Landesmuseum Stuttgart war.

Nun sorgte ein glücklicher Zufall dafür, dass die Prälatur wieder in ihrer Gesamtheit aufwarten kann: Vor wenigen Jahren war ein weiteres oberschwäbisches Kunstwerk - ein Rundschrank - wieder an seinen Ursprungsort nach Rot an der Rot ins ehemalige Kloster zurückgebracht worden. Dieser befand sich ebenfalls im Depot des Landesmuseums und verhalf somit auch dem Renaissanceportal aus seinem Dornröschenschlaf zu erwachen. In Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum und dem Amt für Vermögen und Bau konnte das Portal schließlich ins ehemalige Kloster zurückgebracht werden.

Die Einweihung fand am 18.10.2021 statt. Das Portal kann nun im Rahmen der öffentlichen Führungen oder auch bei einem Besuch in der Landesakademie besichtigt werden.