Kaleo, the Muki-Spooky

Ein Gespenst geht um.

Man weiß nie, wo Kaleo sich herumtreibt oder welcher Geschichte der Hausgeist der Landesakademie gerade nachgeht - aber so viel ist sicher: Kaleo, the Muki-Spooky ist mehr als nur eine bloße Legende. Selbstgespräche im Bad, Mittagsklatsch im Dozentenzimmer oder bunter Abend im Bräuhauskeller? Kaleo hört und sieht alles. Das "Best Of" an Gesprächsfetzen und Halbwahrheiten wird hier in dieser Kolumne präsentiert.

Was der Schwob net kennt…

Totgesagte leben länger, oder hatten Sie wirklich gedacht, ein Gespenst verschwindet einfach vom einen auf den anderen Tag? Natürlich nicht und deswegen dürfen Sie abermals mit mir vorlieb nehmen: Kaleo, the Muki-Spooky, frivoles Schlossgespenst und der wahrlich gute Geist der Landesakademie Ochsenhausen.

An einem grauen Novembertag versammelte sich die sogenannte geistige Elite der Landesakademie wie jedes Jahr zur Dozentenkonferenz. Man könnte meinen, dass hier neue Kurspläne, eine visionäre inhaltliche Ausrichtung, Konzerte mit überregionaler Strahlkraft und dergleichen als Kernthemen verhandelt werden, aber nein. Wie jedes Jahr erwischte ich die Damen und Herren bei einem ausgedehnten Mittagsmahl im hauseigenen Refektorium, heute Speisesaal. Es wurde gelacht und gewitzelt und es wollte so gar nicht nach Arbeit aussehen.

Auf Silbertabletts wurde das Essen serviert und ein Raunen lag in der Luft. Das angeregte Gespräch verstummte, das Lachen blieb im Halse stecken. „Ist heute etwa Dienstag?“, „Nicht schon wieder!“ und „Ach du Schreck.“, hörte man es flüstern. Nur eine Stimme stach klar hervor: „Na endlich! Lasst’s euch schmecken.“ Der süße Dienstag. Vor Urzeiten wurde eingeführt, dass es zu Mittag, in Anlehnung an die österreichische Küche, eine süße Hauptspeise gibt. Das führte bereits zu kleineren Revolten, die jedoch im Keim erstickt wurden. Ich für meinen Teil bediene mich sowieso immer direkt in der Küche, weshalb mich das letztendlich kaum tangiert. Die Dozentinnen und Dozenten waren jedoch nicht erfreut. Nur der Akademiedirektor genoss mit strahlendem Gesicht die süßen Griesknedl. Oifach kähl, wie der Schwabe sagt.

„Wie sieht es eigentlich mit den Kursen für das kommende Jahr aus?“, meldete sich eine Stimme und es entbrannte ein sachlich höchst angeregtes Gespräch, während das Essen auf den meisten Tellern kalt wurde. Ob geplant oder nicht: Die feinen Damen und Herren auf diese Weise zu ihrer Kernkompetenz zurückzuführen war wirklich ein Schachzug der Extraklasse. Ich zog mich kichernd zurück. Ab jetzt wurde es für mich langweilig. Mit einem kurzen Umweg über die Küche flüsterte ich dem Koch zu: „Mit hungrigem Bauch, denkt’s sich auch“, denn was der Schwob net kennt...